MÄNNERVESPER

Bebauen und Bewahren

Unser Wald im 21. Jahrhundert

Ruppertshofen: Die evangelischen und katholischen Kirchengemeinden Ruppertshofen und Spraitbach luden zum ersten Männervesper im Jahr 2020. Das Thema „Unser Wald im 21. Jahrhundert“ stieß auf breites Interesse, so dass der Gemeindesaal im evangelischen Pfarrhaus in Ruppertshofen bis auf den letzten Platz gefüllt war. Nach einer gemütlichen Vesperrunde konnte Pfarrer Stephan Schiek im Namen des Männervesperteams Gottlieb Zimmermann, Revierleiter vom Forstrevier Hohenohl, als Referent begrüßen: Der Wald ist in aller Munde, heute mehr denn je? Wie ist es aktuell um ihn bestellt und wie sollen auch diejenigen, die selbst ein Waldstück besitzen, auf die zukünftigen Entwicklungen reagieren? Um für dieses Thema zu sensibilisieren hatte Gottlieb Zimmermann einen fundierten Vortrag ausgearbeitet.

Er begann mit der Geschichte des Waldes in Mitteleuropa und zeigte auf, dass in den verschiedenen Klimaperioden seit der letzten Eiszeit der Wald sich beständig gewandelt hat. Das Erscheinungsbild des Waldes in den letzten Jahrhunderten blieb keineswegs gleich. Es wechselte von Eichenmischwäldern vor der Bronzezeit über Buchenmischwälder bis ins frühe Mittelalter zu ziemlich ausgebeuteten Waldflächen, die, vor allem im 19. Jahrhundert, mit Nadelhölzern wieder aufgeforstet wurden. Die Waldgebiete sind für den Menschen der Gegenwart von hoher Bedeutung: Zum ersten liefern sie einen nachhaltigen und klimaneutralen Bau- und Rohstoff: „Die Holzproduktion erzeugt kein klimaschädliches Co2-Gas und wenn Holz in Form von Baustoff oder Möbeln veredelt wird, dient das in hohem Maße dem Klima“, führte Gottlieb Zimmermann aus. Des Weiteren dient der von Menschen bewirtschaftete Wald vielen Tieren als idealer Lebensraum. Um ihn zu pflegen, bedürfe es aber auch der Bejagung. Auch für den Menschen ist der Wald von unschätzbarem Erholungswert. Jedoch ist er durch die aktuelle klimatische Entwicklung gefährdet. Zwar gab es in früheren Jahrhunderten auch Wärme- und Dürreperioden, doch die von den Menschen gemachte aktuelle Situation, hat die Entwicklung rasant beschleunigt und fällt viel extremer aus als vormals. Schädlingsbefall durch die Borkenkäfer und Bäume, die mit der Hitze und dem weniger werdendem Wasser nicht mehr zurecht kommen sind die Folgen. Leider gebe es im Moment noch keine genauen Rezepte, um darauf zu reagieren.

„Wir müssen weiterhin genau beobachten und uns der Verantwortung stellen, die schon in der Bibel anklingt: Bebauen und Bewahren,“ war ein Fazit des Referenten.

Die Zuhörerschaft dankte mit einem lang anhaltendem Applaus und bekam Anregungen zum Weiterdenken.

Insektensterben – und was wir dagegen tun können“

Das Treffen des ökumenischen Männervespers der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde Ruppertshofen zum Thema „Insektensterben – und was wir dagegen tun können“ fand sehr großen Zuspruch.

Mit fast 30 Teilnehmern konnte ein „Besucherrekord“ verzeichnet werden.

Armin Dammenmiller aus Herlikofen, Vorsitzender des NABU Schwäbisch Gmünd, brachte dieses wichtige Thema den interessierten Besuchern nahe. Anhand verschiedener Statistiken, die die Entwicklung der letzten 30 Jahre in den Blick nahmen, zeigte er detailliert auf, dass ein großer Rückgang der Insektenpopulation in Mitteleuropa zu verzeichnen sei.

Manch einer der Anwesenden erinnerte sich noch an das mehrmalige Putzen der Windschutzscheibe im von Frühjahr bis Sommer, das in den letzten Jahren immer weniger notwendig wurde. Diese Entwicklung, so Armin Dammenmiller, ist menschengemacht: Durch den Einsatz von immer effizienteren Insektengiften, das Verschwinden der Lebensräume der kleinen Insekten kommt eine Entwicklung in Gange, die noch große Auswirkungen auf die Menschen selbst haben wird.

Denn Insekten sind Nahrungsgrundlage für weitere Tiere wie v.a. Vögel. Dammenmiller sprach schon von einem „Stillen Frühling“. Insekten sind wichtig zum Bestäuben der Blüten und für das Zersetzen von pflanzlichem Material. Gegen das Insektensterben kann jeder etwas tun, z.B. im Einsatz für eine ökologische Landwirtschaft und indem Lebensräume für Insekten belassen oder neu geschaffen werden.

Schottland und seine Whiskey - Whiskey Tasting beim Männervesper

Zum zweiten Mal war Volker Stahl aus Urbach zu Gast beim ökumenischen Männervesper in Ruppertshofen, um mit den Anwesenden ein Whisky-Tasting durchzuführen.

Aufgrund seiner zahlreichen Reisen nach Schottland hat sich der Referent besonders auf die Gerstenbrände dieser Region spezialisiert. In eindrücklichen Bildern brachte er die raue aber sehenswerte Landschaft des nördlichen Teils der britischen Insel den Teilnehmenden nahe.

Ebenso erfuhren die interessierten Zuhörer viel Wissenswertes über die Herstellung, Lagerung und Verkostung des „Lebenswassers“, wie der Whisky in der gälischen Sprache genannt wird.

Volker Stahl hatte insgesamt vier verschiedene Whiskys dabei – von eher fruchtigem Aroma aus ehemaligen Sherry Fässern, über eine hochprozentige Fassabfüllung, die man mit Wasser verdünnt verkosten konnte, bis hin zu einem rauchigen Whisky, der sein Aroma durch das Verbrennen von Hochlandtorf während der Trocknung der Gerstenkörner erhielt. Ein Imbiss und die Gelegenheit zum Nachfragen rundeten den gelungenen Abend ab.