Der lebendige Adventskalender

Der lebendige Adventskalender begleitet uns nun schon länger durch die Vorweihnachtszeit.
In den vergangenen Jahren haben wir uns allabendlich vor einem geschmückten Fenster getroffen, ungefiltert stand uns beim gemeinsamen Singen in der Kälte der Atem als Wölkchen vor dem Mund. Nicht desinfizierte Kinderhände reichten selbst gebackene Plätzchen herum und manchmal hat ein Tässchen Glühwein dazu verführt, noch etwas enger zusammenzustehen und noch ein Weilchen länger beisammen zu bleiben. Herrlich war das, wenn man jetzt daran denkt. In diesem Jahr, finde ich, wohnt dem lebendigen Adventskalender ein ganz besonderer Zauber inne. Alleine zieht man los in der Dämmerung, auf ein Licht zu. Zu einem Fenster, das jemand liebevoll geschmückt hat, für alle, die sich auf den Weg machen wollen. In der Dunkelheit hat jemand vorsorglich das Licht für uns angelassen, damit wir das Ziel schon von Weitem sehen. Ein gutes Gefühl ist das. Und nie gehen die Besucher leer nach Hause, alle Gastgeber haben sich etwas ausgedacht und vorbereitet, einen Impuls, einen guten Gedanken, ein Hoffnungszeichen, einen Seelentröster. So bleiben wir in Gedanken und im Herzen doch ganz nah beieinander und freuen uns daheim über die kleinen Kostbarkeiten: Die gefilzten Engelchen, die Barbarazweige, die süßen Schokoladengrüße, die Kuschelteddys, die Geschichten und die Bastelideen, mit denen die Zeit des Wartens viel schneller und
so viel schöner vergeht.