„Keiner lebt für sich allein“ - Impulsgottesdienst zur Erntebitte

Am Sonntag, den 03. Juni 2019 feierten die beiden evangelischen Kirchengemeinden Spraitbach und Ruppertshofen zusammen den diesjährigen Erntebittgottesdienst, den das Impulsgottesdienstteam zum Thema
„Keiner lebt für sich allein“ vorbereitet hatte.

Bei herrlichem sonnigem aber recht windigen Wetter fanden sich vor allem Besucher aus Spraitbach bei der Mobilen Kirche auf der Wiese der Familie Banzhaf ein.

Als Experten aus der Landwirtschaft war Uli Munz aus Steinenbach anwesend und berichtete von seinem landwirtschaftlichen Betrieb. Dabei mache den Landwirten in den letzten Jahren zunehmend die gestiegene Bürokratie und die ständige Überwachung zu schaffen. Im Bezug zum Thema stellte der die enge Verbindung zwischen Landwirten und Verbrauchern heraus und erwähnte kritisch, wie viele Lebensmittel in Deutschland weggeworfen werden: Das seien mehr Tonnen als auf der ganzen Fläche des Ostalbkreises an Weizen angebaut werden könnten. Auf die Frage, warum es heutzutage noch einen Erntebittgottesdienst brauche, erwähnte er: Ein Regen zur rechten Zeit sei viel wichtiger, als aller Dünger oder entsprechendes Saatgut.

Dass man miteinander schneller zum Ziel kommt als alleine, präsentierten die Impulsgottesdienstmitarbeitenden bei einem humorvollen Anspiel.

Pfarrer Stephan Schiek erinnerte in seiner Ansprache, dass die Erkenntnis „Keiner lebt für sich allein“ schon lange zur Menschheitsgeschichte gehöre – das Zitat stamme aus der Bibel von Paulus, der damit Streitigkeiten in der neuen christlichen Gemeinde in Rom ausräumen wollte. Jedoch haben sich heutzutage die Dimensionen des aufeinander Bezogen seins ausgeweitet: „Wir leben in einer globalen Welt und selbst wenn am anderen Ende der Erde etwas Unvorhergesehenes passiert, dann hat das Auswirkungen auf unser persönliches Leben.“

Der Erntebittgottesdienst erinnere deshalb an die gemeinsame Verantwortung, die wir alle für unseren Planeten haben, und gleichzeitig an die Verheißung Gottes, dass er uns dabei begleiten und unterstützen werde.

In einer offenen Phase konnten die Gottesdienstbesucher das Thema „Miteinander“ bei verschiedenen Teamspielen erleben, selbst „Samenbomben“ herstellen und Sonnenblumen einsäen, aber sich auch Gedanken über ihren eigenen ökologischen Fußabdruck machen.

Im Anschluss an den Gottesdienst blieben noch einige Gäste beisammen, um sich bei selbstmitgebrachtem Grillgut und einen reichhaltigen Salatbuffet zu stärken.

Der nächste Impulsgottesdienst findet am 11. November statt.

"So ist Versöhnung..." - Impulsgottesdienst

Eine große Zahl von Besuchern aus Ruppertshofen und Spraitbach fand sich zum Impulsgottesdienst am 17. März 2019 zum Thema „So ist Versöhnung …“ ins Feuerwehrhaus ein.

In einer kurzen Theaterszene führten Matthias Bauer und Pfarrer Stephan Schiek vor, wohin in nichtiger Nachbarschaftsstreit führen kann, wenn jede der beiden Seiten keine Bereitschaft zur Versöhnung erkennen lässt. In seiner Ansprache betonte Pfarrer Stephan Schiek, dass der Weg zur Versöhnung eine hohe Kunst sei, ähnlich dem Bau einer Brücke. Diese müsse von zwei Seiten aus gebaut werden, denn sowohl Opfer wie Täter hätten einen wichtigen Beitrag zur gelingenden Versöhnung zu leisten.

Während die Täter für ihre begangene Schuld Verantwortung übernehmen und die andere Seite beharrlich um Vergebung bitten müssten, sollten die Opfer die Bereitschaft zur Vergebung zeigen und diese auch großzügig gewähren. Besonders Christinnen und Christen sollten in dieser Welt als Versöhnungsbotschafter auftreten, denn in Christus habe Gott die Welt mit sich versöhnt.

Im Anschluss an die Predigt konnten sich die Gottesdienstbesucher an verschiedenen Stationen persönlich mit dem Thema auseinandersetzen. So wurde aus Zeitschriften Schlagzeilen ausgeschnitten, die zeigten, wie ein Streit entsteht und auf einem Plakat erste Schritte zur Versöhnung notiert. In kreativer Weise konnten das „Nagelkreuz von Coventry“, ein Versöhnungszeichen zwischen den ehemals verfeindeten Ländern in Europa gestaltet werden. Auch die japanische Keramikkunst Kintsugi, bei der zerbrochene Keramik mit einem Kitt aus Kleb und „Goldpuder“ eine neue Spur hinterlässt, konnte ausprobiert und eine Versöhnungsgeschichte mit weißen Tüchern nacherlebt werden.

Die Lieder zum Thema begleitete erstmals ein Singteam mit Sängerinnen, Gitarre und Keyboard, was sehr gut aufgenommen wurde. Im Anschluss blieben zahlreiche Gäste zum gemeinsamen
Mittagessen und Kaffee und Kuchen zusammen.